Steuerpflicht
Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeines
Den Grund und den Umfang der Steuerpflicht regelt das jeweilige Einzelsteuergesetz. Die folgenden Übersichten zeigen einen Überblick über die Steuerpflicht nach den wesentlichen Steuergesetzen.
2 Die Steuerpflicht nach den Einzelsteuergesetzen
2.1 Einkommensteuer
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Natürliche Personen |
Körperschaften |
Personenvereinigungen und -gesellschaften |
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Unbeschränkt steuerpflichtig |
Beschränkt steuerpflichtig |
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§ 1 Abs. 1 bis 3 EStG; H 1a [Allgemeines] EStH: Welteinkommensprinzip; DBA beachten (H 1a [Doppelbesteuerungsabkommen] EStH, BStBl I 2017, 140). Auf Antrag möglich (§ 1 Abs. 3 EStG). Fiktive unbeschränkte Steuerpflicht i. S. d. § 1a Abs. 1 Nr. 2 EStG möglich. |
§ 1 Abs. 4 EStG; Inländische Einkünfte i. S. d. § 49 EStG. Beachte §§ 2 und 6 AStG: Erweiterte beschränkte Steuerpflicht |
nein |
nein |
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Die sachliche Steuerpflicht ist in § 2 EStG geregelt. |
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Abb.: Die Steuerpflicht nach dem EStG
2.2 Erbschaft- und Schenkungsteuer
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Natürliche Personen, Körperschaften, Personenvereinigungen und -gesellschaften |
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Unbeschränkt steuerpflichtig |
Beschränkt steuerpflichtig |
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§ 2 Abs. 1 Nr. 1 und 2 ErbStG. Es genügt, wenn der Erblasser Inländer ist. Der ErbSt unterliegen die steuerpflichtigen Vorgänge i. S. d. § 1 Abs. 1 ErbStG. Die DBA sind zu beachten (H E 2.1 ErbStR). |
§ 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG: Keiner der Beteiligten ist Inländer. Der Besteuerung unterliegt das Inlandsvermögen i. S. d. § 121 BewG. Beachte § 4 AStG: Erweiterte beschränkte Steuerpflicht. |
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Besonderheiten bei rechtsfähigen PersGes (§ 14a Abs. 2 Nr. 2 AO): Erwerber und Steuerschuldner sind nach § 2a ErbStG nicht die Gesamthand, sondern die Gesellschafter. |
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Abb.: Die Steuerpflicht nach dem ErbStG
2.3 Körperschaftsteuergesetz
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Körperschaften und Personenvereinigungen |
Natürliche Personen |
Personengesellschaften |
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Unbeschränkt steuerpflichtig |
Beschränkt steuerpflichtig |
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§ 1 KStG: Sitz oder Geschäftsleitung im Inland (R 2 KStR). Zum Beginn der Steuerpflicht siehe H 2 KStH. |
§ 2 Nr. 1 KStG; Inländische Einkünfte i. S. d. § 49 EStG (R 4 KStR). |
nein |
nein |
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Die Aufzählung der Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen in § 1 Abs. 1 KStG ist abschließend (R 2 Abs. 1 KStR). |
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Abb.: Die Steuerpflicht nach dem KStG
2.4 Umsatzsteuer
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Natürliche Personen, Körperschaften, Personenvereinigungen und -gesellschaften |
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Jedes Rechtsgebilde kann Unternehmer sein (§ 2 Abs. 1 UStG, Abschn. 2.1. Abs. 1 UStAE). Steuergegenstand sind die in § 1 Abs. 1 Nr. 1, 4 und 5 UStG genannten steuerbaren Umsätze. Steuerschuldner ist lediglich in den Fällen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG der Unternehmer (§ 13a Abs. 1 Nr. 1 UStG). Steuerschuldner kann neben dem Unternehmer auch sein (§§ 13a und 13b UStG): • der Erwerber, • der Abnehmer, • der Aussteller der Rechnung, • der letzte Abnehmer sowie • der Leistungsempfänger. Keine Unternehmer nach § 2 Abs. 2 UStG sind:
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Abb.: Die Steuerpflicht nach dem UStG
2.5 Gewerbesteuer
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Natürliche Personen, Körperschaften, Personenvereinigungen und -gesellschaften |
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Steuergegenstand bei der GewSt ist jeder stehende Gewerbebetrieb, soweit er im Inland betrieben wird (§ 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG). Die Tätigkeiten der KapGes gelten stets und in vollem Umfang als Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 2 GewStG). Juristische Personen des privaten Rechts, die nicht in § 2 Abs. 2 GewStG aufgezählt sind, unterliegen der GewSt, soweit sie einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb unterhalten (§ 2 Abs. 3 GewStG). Die Steuerpflicht ergibt sich • aufgrund gewerblicher Tätigkeit (R 2.1 Abs. 1 GewStR), • kraft Rechtsform (§ 2 Abs. 2 GewStG; R 2.1 Abs. 4 GewStR) oder • durch die Unterhaltung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (R 2.1 Abs. 5 GewStR). Bei einer Mehrheit von Betrieben ist jeder Betrieb für sich zu besteuern (R 2.4 Abs. 1 GewStR). Zum Beginn der Steuerpflicht siehe R 2.5 GewStR. |
Abb.: Die Steuerpflicht nach dem GewStG
2.6 Grundsteuer
Steuergegenstand ist nach § 2 GrStG der Grundbesitz i. S. d. BewG (→ Grundsteuer, → Grundbesitz).
2.7 Grunderwerbsteuer
Die →Grunderwerbsteuer erfasst in erster Linie den Abschluss eines Kaufvertrags oder anderen Vertrags, der den Anspruch auf die Übereignung eines inländischen Grundstücks begründet (§ 1 GrEStG).
2.8 Kraftfahrzeugsteuergesetz
Die Kraftfahrzeugsteuer besteuert
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das Halten von inländischen Fahrzeugen zum Verkehr auf öffentlichen Straßen (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 KraftStG);
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das Halten von ausländischen Fahrzeugen zum Verkehr auf öffentlichen Straßen, solange sich das Fahrzeug im Inland befindet (§ 1 Abs. 1 Nr. 2 KraftStG). Ein ausländisches Fahrzeug ist ein Fahrzeug, das im Zulassungsverfahren eines anderen Staates zugelassen ist (§ 2 Abs. 4 KraftStG). Für die Besteuerung reicht aus, wenn sich das Fahrzeug im Inland befindet. Auf die Benutzung öffentlicher Straßen kommt es hierbei nicht an;
-
die widerrechtliche Benutzung eines Fahrzeuges (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 KraftStG). Eine widerrechtliche Benutzung liegt vor, wenn ein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen im Inland ohne die vorgeschriebene verkehrsrechtliche Zulassung betrieben wird. Wann eine Zulassung verkehrsrechtlich vorgeschrieben ist, ergibt sich aus § 18 Abs. 1 StVZO (vgl. § 2 Abs. 5 KraftStG);
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die Zuteilung von Oldtimer-Kennzeichen und roten Kennzeichen (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 KraftStG).
3 Verwandte Lexikonartikel
→ Eigenheimzulage
→ Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer
→ Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften
→ Familienbezogene Einkommensteuervergünstigungen des § 1a EStG
→ Steuerabzug bei beschränkter Einkommensteuerpflicht
→ Unbeschränkte und beschränkte Einkommensteuerpflicht
Redaktioneller Hinweis: © Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft, Steuern, Recht GmbH
4 Verweise
Normenverweise
AO § 8
AO § 9
AO § 14a Abs. 2
EStG § 1 Abs. 1
EStG § 1 Abs. 3
EStG § 1 Abs. 4
EStG § 1a Abs. 1 Nr. 2
EStG § 2 Abs. 7
EStG § 25 Abs. 1
EStG § 32b Abs. 1
EStG § 49
ErbStG § 2 Abs. 1 Nr. 1
ErbStG § 2 Abs. 1 Nr. 2
ErbStG § 2 Abs. 1 Nr. 3
ErbStG § 2a
GewStG § 2 Abs. 1
GewStG § 2 Abs. 2
GrStG § 2
GrEStG § 1
KraftStG § 1
KStG § 1
KStG § 2
UStG § 1 Abs. 1
UStG § 2 Abs. 1
UStG § 2 Abs. 2
UStG § 13a
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